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Preise, Updates und Support bei Aventiq Digital

  • Julian Pfeil
  • 8. Februar 2026 um 16:13
  • 980 Mal gelesen
  • 0 Antworten
Manchmal reicht ein kurzer Blick in einen Kommentarbereich, um zu sehen, wie unterschiedlich Erwartungen sein können. In einer öffentlichen Diskussion zu einem WoltLab-Plugin ging es um Upgrade-Preise, um die Frage „Warum kostet das so viel?“ und um den Vorschlag, Updates zu umgehen, indem man Paketgrenzen manuell anpasst.
Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Wofür bezahlt wird
  2. Unser Modell für Major-Upgrades
  3. Gewährleistung und Support
  4. Warum Preise sich ändern
  5. Beständigkeit ist eine Entscheidung
  6. „Einfach die Paketgrenzen anpassen“ ist keine Lösung
  7. Täuschung im Support hat Konsequenzen
  8. Welche Kunden zu uns passen
  9. Was Kunden konkret tun können, um Support effizient zu machen
  10. Fazit

Sinngemäß fielen dort Sätze wie:

Zitat von WoltLab.com

Einfach das aktuelle System auf einem Testsystem einspielen und manuell in der Datenbank die exclude-Anweisung anheben.

Diese Diskussion ist der Auslöser für diesen Beitrag. Nicht, weil Preisdiskussionen besonders spannend wären, sondern weil hier grundlegende Themen zusammenkommen, die für Kunden wichtig sind: Preispolitik, Beständigkeit, Gewährleistung, Supportaufwand und der Umgang mit Manipulationen.


Wofür bezahlt wird

Ein Plugin ist nicht „eine Datei, die einmal fertig ist“. Es ist ein Produkt, das über Jahre gepflegt, getestet, dokumentiert, ausgeliefert und im Support begleitet werden muss. Dazu kommen Abhängigkeiten: eine neue WoltLab-Suite-Hauptversion verändert Schnittstellen, Abläufe und teils auch Randbedingungen im System.

Das bedeutet in der Praxis:

  • Jede neue WoltLab-Suite-Hauptversion erfordert Tests.
  • Der Updateprozess selbst muss getestet werden, nicht nur die Zielversion.
  • Supportfälle steigen erfahrungsgemäß rund um Versionswechsel deutlich an.
  • Fehleranalyse kostet Zeit, auch wenn am Ende „nur“ eine Kleinigkeit kaputt war.

Wir arbeiten mit einem Qualitätsanspruch, der ein systematisches Vorgehen verlangt. Genau deshalb gibt es bei uns keine „schnell mal freischalten“ Mentalität.


Unser Modell für Major-Upgrades

Unsere Plugins werden grundsätzlich für die jeweils aktuelle WoltLab-Suite-Version erworben. Wenn eine neue WoltLab-Suite-Hauptversion erscheint, ist das ein Major-Upgrade.

Unser Modell:

  • Major-Upgrades sind für Kunden der vorherigen Version um 50 % vergünstigt.
  • Ein Anspruch auf Major-Upgrades besteht grundsätzlich nicht.
  • Ein Produkt kann auch eingestellt werden, wenn es wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist. In solchen Fällen ist eine neue Version weiterhin als Auftragsarbeit möglich.

Das ist kein „Abo durch die Hintertür“. Es ist eine klare Trennung: gekauft wird eine konkrete Version. Alles darüber hinaus ist ein neues Release, das Arbeit verursacht und finanziert werden muss.


Gewährleistung und Support

Nach deutschem Recht umfasst die gesetzliche Gewährleistung im Kern die Mängelbeseitigung. Das betrifft typischerweise:

  • Bugfixes
  • Sicherheitsfixes

Alles, was darüber hinausgeht, ist kein Gewährleistungsanspruch, zum Beispiel:

  • Einrichtung und Konfiguration
  • Migrationen
  • individuelle Anpassungen
  • Beratung
  • Analyse ohne konkrete, reproduzierbare Fehlerbeschreibung

Solche Leistungen sind Support auf Kulanz oder bezahlte Dienstleistung. Das ist bei uns auch genau so in den Lizenzbedingungen abgebildet.

Wichtig dabei: Support ist nicht „mal kurz“. Selbst eine saubere Antwort auf eine einzelne Rückfrage kostet schnell 2 bis 5 Minuten. Sobald eine Untersuchung im Code nötig wird, sind 30 Minuten realistisch. Umgerechnet ist das bereits ein mittlerer zweistelliger Betrag. Pluginpreise holen das nicht automatisch wieder rein, vor allem nicht bei größeren Produkten.


Warum Preise sich ändern

Wir behalten uns Preisänderungen jederzeit vor. Nicht aus Laune heraus, sondern weil sich Rahmenbedingungen ändern:

  • mehr Funktionsumfang
  • mehr Supportlast
  • höhere Anforderungen durch neue WoltLab-Suite-Versionen
  • mehr Testaufwand
  • steigende Erwartungen an Reaktionszeiten und „Service“

Wir verlangen aktuell einen niedrigen dreistelligen Stundenlohn für Auftragsarbeiten. Das ist der Maßstab, an dem man Aufwand grob einordnen kann. Pluginentwicklung liegt in der Realität oft deutlich unter dem, was als Dienstleistung wirtschaftlich wäre. Trotzdem soll das Ergebnis stabil, sauber und langfristig pflegbar sein.

Genau hier hängt Beständigkeit dran: Wenn Preise nicht zur Realität passen, verschwindet das Produkt irgendwann vom Markt. Und genau das ist in der WoltLab-Szene bereits mehrfach passiert. Viele Entwickler haben WoltLab-Projekte nicht beendet, weil sie aufgehört hätten zu programmieren, sondern weil das Verhältnis aus Aufwand, Erwartungshaltung und Ertrag nicht mehr gepasst hat.


Beständigkeit ist eine Entscheidung

Aventiq Digital soll wachsen und langfristig bestehen bleiben. Das ist eine bewusste Entscheidung, keine Floskel.

Langfristigkeit heißt:

  • Updates nicht „irgendwie“, sondern sauber
  • Support nicht als Dauerstress, sondern als planbarer Prozess
  • Preise so, dass Weiterentwicklung möglich bleibt

Das kostet. Aber es ist die Grundlage dafür, dass Kunden nicht nach zwei Jahren vor einem verlassenen Produkt stehen.


„Einfach die Paketgrenzen anpassen“ ist keine Lösung

Der Vorschlag, Paketgrenzen zu verändern, klingt für manche auf den ersten Blick pragmatisch: Testsystem, Versionsgrenzen anheben, fertig.

In der Praxis ist das aus mehreren Gründen keine gute Idee:

  • Es umgeht Freigaben, die genau dafür da sind, dass eine Version getestet ist.
  • Es erschwert Fehleranalyse massiv, weil der Ist-Zustand vom Original abweicht.
  • Es ist für Support ein Problem: Wenn ein Paket verändert wurde, ist die Reproduzierbarkeit nicht mehr gegeben.

Und noch klarer: Unsere Lizenzbedingungen untersagen die Verwendung außerhalb der freigegebenen WoltLab-Suite-Versionen sowie das Verändern von requiredpackages- und excludedpackages-Angaben. Diese Grenzen sind Bestandteil des Produkts und der Qualitätssicherung.


Täuschung im Support hat Konsequenzen

Support kostet Zeit. Wenn im Rahmen einer Supportanfrage verschwiegen wird, dass ein Paket verändert wurde, ist das mindestens fahrlässig und kann zu unnötigen Untersuchungen führen.

Deshalb ist bei uns geregelt:

  • Wird eine Manipulation oder Veränderung am Plugin bei Inanspruchnahme von Support zumindest fahrlässig verschwiegen, können wir den entstandenen Zeitaufwand zu unserem üblichen Stundenlohn abrechnen.

Das ist kein „Strafkatalog“. Es ist Schutz vor Zeitverlust durch falsche Ausgangslagen.


Welche Kunden zu uns passen

Wir richten uns mit Aventiq Digital bewusst eher an Unternehmen und professionelle Communities mit Budget und einem ähnlichen Qualitätsanspruch. Das ist nicht elitär gemeint, sondern ehrlich.

Hobbyprojekte sind absolut legitim. Aber wenn die Erwartung ist, dass große Produkte, Major-Upgrades und Support praktisch zum Selbstkostenpreis laufen, passt das langfristig nicht zusammen.

Wer unsere Produkte kauft, soll sich auf zwei Dinge verlassen können:

  • klare Regeln
  • saubere Arbeit

Und wer merkt, dass ein anderes Modell besser passt, sollte ohne Drama wechseln. Das ist eine normale Entscheidung.


Was Kunden konkret tun können, um Support effizient zu machen

Je besser eine Anfrage ist, desto schneller ist eine Lösung möglich. Das spart Zeit und Geld, auch auf unserer Seite.

Hilfreich sind:

  • genaue Schritte zur Reproduktion
  • relevante Protokolle aus dem Administrationsbereich
  • konkrete Angaben zur verwendeten Version
  • keine Veränderungen am Paket oder zumindest vollständige Transparenz darüber

Ein perfektes Plugin ohne Fehler wird es realistisch nie geben. WoltLab entwickelt weiter, Systeme ändern sich, neue Funktionen kommen dazu. Genau deshalb sind saubere Fehlerbeschreibungen so wichtig.


Fazit

Preise und Upgrade-Modelle sind keine Moralfrage. Es ist schlicht die Frage, ob ein Produkt langfristig gepflegt werden kann.

Aventiq Digital steht für:

  • getestete Releases statt Vermutungen
  • Gewährleistung im gesetzlichen Rahmen
  • Kulanz dort, wo sie sinnvoll ist
  • klare Grenzen bei Manipulation und Supportmissbrauch
  • ein Preismodell, das Weiterentwicklung möglich macht

Wer diesen Anspruch teilt, ist hier richtig. Wer ihn nicht teilt, spart sich Nerven, indem er Produkte nutzt, die besser zur eigenen Erwartung passen.

Viele Grüße
Julian

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