DSGVO-Konformität der "Entries"-Datenbank

  • Guten Abend,

    Sehr geehrte Entwickler,

    im Rahmen der Weiterentwicklung unserer Webseite befassen wir uns aktuell mit der Pflege und Erweiterung der "Entries"-Datenbank. Diese Datenbank enthält Einträge zu Verlagen, Vertrieben, Comichändlern, Institutionen, Verwaltungen sowie Veranstaltungen. Wie Ihnen bekannt ist, werden dabei unter anderem Kontaktdaten wie Postadressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen verwaltet. Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie um eine fachliche Einschätzung bitten: Ist die Verwaltung und Veröffentlichung dieser Daten in der aktuellen Form vollständig mit den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) konform?

    Gibt es spezifische Aspekte, die wir berücksichtigen oder anpassen müssen, um rechtliche Risiken zu vermeiden? Zusätzlich möchten wir einen Vorschlag zur Optimierung der Benutzerfreundlichkeit und Datenschutzfreundlichkeit einbringen: Wäre es technisch umsetzbar, sämtliche Kontaktdaten (wie E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Faxnummern etc.) hinter einem Button oder einer vergleichbaren Funktion zu verbergen?

    Dies könnte dazu beitragen, die Daten vor unbefugter automatisierter Erfassung (z. B. durch Web-Crawler) zu schützen und gleichzeitig die DSGVO-Konformität zu stärken, indem die Sichtbarkeit der Daten eingeschränkt wird. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns Ihre Einschätzung zur DSGVO-Konformität sowie die Machbarkeit und potenzielle Umsetzung des vorgeschlagenen Buttons zeitnah mitteilen könnten.

    Für Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    • Hilfreichste Antwort
    • Offizieller Beitrag

    Hallo,

    vorab: Wir sind natürlich nur ein Entwickler-Team, wir sind keine Rechtsanwälte und geben keine Rechtsberatung. Es gibt für unsere Hinweise keinerlei rechtliche Verbindlichkeit.

    • DSGVO-Themen hängen vor allem von Rechtsgrundlage, Zweck und Transparenz ab. Das bitte mit Ihrem Datenschutzbeauftragten/der Rechtsberatung klären.
    • Web-Crawler heute: Es gibt „brave“ Bots, die robots.txt/Noindex respektieren, und viele, die das ignorieren. Viele Crawler führen außerdem JavaScript aus. Ein reiner „Kontakt anzeigen“-Button im Frontend verhindert das Auslesen daher nicht zuverlässig, wenn die Daten trotzdem im HTML/DOM vorhanden sind.
    • Was gegen Scraping hilft (grobe Richtung):
      • Kontaktdaten nicht im Seitenquelltext mitliefern, sondern nur bei echter Nutzerinteraktion bereitstellen.
      • Zugangsbremsen kombinieren: z. B. Anmeldepflicht, einfache Captcha-Prüfung, Rate-Limiting.
      • Kontaktformular statt direkter E-Mail/Telefon; wo möglich Funktionsadressen (z. B. info@) statt personenbezogener Daten.
      • Robots/Noindex und Logs einsetzen – gut gegen faire Bots, kein Allheilmittel.
      • Leichte Obfuskation („name [at] domain“) reduziert nur trivialen Spam; kein wirklicher Schutz.

    Ihr Button-Vorschlag kann Teil eines Maßnahmenbündels sein, ist allein aber weder ein verlässlicher Scraping-Schutz noch ein DSGVO-„Schalter“.

    Sämtliche Wünsche können von uns natürlich im Rahmen einer individuellen Auftragsarbeit umgesetzt werden, aufgrund der Kompliziertheit und der individuellen Bedürfnisse wäre das aber nichts für das Serienprodukt. Sollte gewisse Rechtssicherheit gewünscht sein, so wäre selbständig ein Rechtsanwalt zu engagieren.

    Viele Grüße, Julian

  • rmordico 12. Oktober 2025 um 21:55

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.

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